“Haubenkoch trifft Hüttenwirt”

Was passiert, wenn sich ein mehrfach ausgezeichneter Haubenkoch und ein Bio-Hüttenwirt zusammentun? – die Antwort lautet “Haubenkoch trifft Hüttenwirt am Holzofen”, ein  Erlebnis, das mir wohl lange im Gedächtnis bleiben wird…

 

Kulinarik trifft Bergfeeling
Die Sonne scheint, der Rucksack ist gepackt, die Vorfreude ist groß  – die kulinarische Reise, veranstaltet von den Wiener Alpen, führt mich auf die Rax. Los gehts am Preiner Gscheid an der Grenze Steiermark/Niederösterreich, Ziel ist das Karl Ludwig Haus auf 1800m Seehöhe – die Motivation (für mich zumindest) ist das 6-Gänge Bio Menü vom Holzofen, welches uns auf der Hütte erwarten wird. Mit geprüftem Wanderführer vom teamwandern machen wir uns auf den Weg. Während wir die Rax erkRAXeln, zaubern Hüttenwirt Gerold Hubmer vom Karl Ludwig Haus und der mit zwei Gault-Millau Hauben ausgezeichnete Uwe Machreich vom Restaurant Triad mit ihrem Team bereits ein Gourmetdinner. Eine bessere “Belohnung” als Abschluss einer Wanderung gibt es wohl kaum 😉

 

Auf der Alm angekommen, werden wir nicht nur von einem recht reschen Wind, sondern auch von den köstlichen Aromen aus der Hüttenküche “umweht”. Wer nicht bereits von der Wanderung Hunger verspürt, der tut es spätestens jetzt. Uns erwartet ein kulinarischer Hochgenuss vom Holzofen – die zwei Köche haben es sich zum Ziel gesetzt, die Zutaten für das Menü in ihrer geschmacklichen Ursprünglichkeit zu belassen. Ein Blick in die Küche verrät, die beiden sind mit Spaß dabei, der Stress ist ihnen kaum anzumerken. Auch während des Dinners – das übrigens von einer Bio Bier und Wein Verkostung umrahmt wird – finden sie immer wieder die Zeit, sich in unsere Runde zu gesellen, ihre Gerichte zu erklären und ein wenig zu plaudern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lasset die Spiele beginnen
Auf einen Zirbenschnaps zur Begrüßung, folgt der Gruß aus der Küche – es gibt selbstgebackenes Weißbrot, hausgemachte Kräuteröle, Kohlroulade, Schafffrischkäse in der Landgurke, hausgeselchten Speck und Tatar vom Raxrind, serviert auf Holz und heißem Stein – denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

 

 

 

 

 

 

 

Es folgt ein Amuse Geule – Bauernblunzen auf Erdäpfelscheibe mit Kraut.

 

Als Vorspeise servieren die Köche eine Forelle “Bloody Mary”… Tomatensalat, Forellenfilet, Stangensellerie und weißer Tomatenschaum – eine Geschmacksexplosion sondergleichen.

 

Eine Kürbis-Kokos-Suppe mit Brotchip und Zucchiniratatouille steht als nächster Gang am Programm. Die leichte Schärfe des Currys wärmt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Kombiniert mit dem knusprigen Brotchip und dem Chutney sorgt sie für ein wahres Geschmackserlebnis.

 

“Erdkeller” – so nennt sich der nächste Gang.
Hüttenwirt Gerold erklärt uns, was es mit dem eigenwilligen Titel auf sich hat … für dieses Gericht wurden nämlich nur Zutaten aus dem Keller der Hütte verwendet – Rüben, Kartoffeln und Zwiebeln. Abgerundet wird das vegetarische Schmorgericht mit geräuchertem Rahm.

 

Es folgt ein weiteres Highlight – Beiriedschnitte vom Raxrind mit bourbonisiertem Süßkartoffelpüree, Steinpilzragout und Magic Lemon. Die kandierten Zitronenzesten harmonieren wunderbar mit den Grundzutaten des Gerichtes.

 

Auch die Bezeichnung des nächsten Ganges lässt schmunzeln – es gibt eine “Wilde Überraschung von Raxbewohnern” – zu Deutsch: Hirsch bzw. Gams mit geschmorrtem Fenchel und Lavendelkirschen.

 

Die Topfen-Zwetschkenknödel auf Hollerragout sorgen nicht nur für den perfekten Abschluss des Menüs, sondern auch eines besonders geselligen Abends inmitten zahlreicher Freunde des Wanderns und Essens.

 

 

Der Tag danach …

Nach einem traumhaften Sonnenaufgang und ausgezeichnetem Bio-Frühstück wandern wir (leider) wieder zurück ins Tal. Viel zu schnell ist die Veranstaltung zu Ende gegangen, es geht wieder zurück nach Kärnten. Doch eins ist klar – die Erinnerung, die bleibt. Im Sinne von Viktor Frankl, dessen “Lebensberg” die Rax war, bleibt also nur noch zu sagen
“Auch vergangen sein ist ein Sein, gesicherter und endgültiger als das Gegenwärtige”.

 

 

 

One Reply to ““Haubenkoch trifft Hüttenwirt””

  1. Da wäre ich auch gerne dabei gewesen. Liebe Grüße aus der Pfau Brennerei in Klagenfurt am Wörthersee.

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